Neues Leben in alten Mauern

19.04.2017Sparkasse Gütersloh-Rietberg spendet für weitere Sanierung der Holtkämperei in Isselhorst

 

Die Holtkämperei eines der traditionsreichsten Gebäude in Gütersloh: 1623 wurde das Fachwerkhaus erbaut und ist damit das älteste noch am ursprünglichen Platz befindliche Gebäude im Stadtteil Isselhorst. Es diente im Laufe seiner Geschichte ganz unterschiedlichen Zwecken: Zunächst befand sich eine Bäckerei und Warenhandlung darin, später wurden dort Branntwein und Korn gebrannt, und auch ein „Chirurgus“ und ein Arzt nutzten es eine Zeitlang als Praxis. Ihren heutigen Namen hat die Holtkämperei von der Familie Holtkamp, die das Haus irgendwann im Laufe des 19. Jahrhunderts (das genaue Datum ist unbekannt) übernahm und dort eine Postagentur betrieb.

Bis 1978 war das Haus durchgehend bewohnt, dann setzte eine fast zwei Jahrzehnte dauernde Phase des Verfalls ein. Zwar wurde es 1984 unter Denkmalschutz gestellt, dennoch verschlechterte sich der Zustand des Gebäudes in den Neunzigern rapide: Das Dach wurde undicht, das Fachwerk marode, an den Wänden und Böden bildete sich Schimmel. Die Holtkämperei galt als Schandfleck im Dorfbild; ein Abbruch wurde ernsthaft diskutiert. Bis sich 1998 ein paar engagierte Isselhorster Bürger zusammenfanden und einen Arbeitskreis zur Rettung des verfallenden Gebäudes gründeten.

Das ist dem Arbeitskreis auf beachtliche Weise gelungen – unter Einsatz vieler freiwilliger Arbeitsstunden, mit Hilfe von Fördergeldern des Landes, aber auch vielen Geld- und Sachspenden. Bisweilen kam dabei auch das Glück zur Hilfe: So waren die ursprünglichen Eingangstüren nicht mehr zu retten- Dafür fand sich passender (und denkmalschutzgerechter) Ersatz an anderer Stelle: An der Ostseite konnte beispielsweise eine Tür eingebaut werden, die sich einmal im 1989 abgerissenen Hotel zur Post befand – damit bewahrt die Holtkämperei auch noch die Geschichte eines anderen Gebäudes. 2002 kürte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Holtkämperei zum Denkmal des Monats November.

Der Bestand des Gebäudes ist gesichert, aber dennoch bleibt noch viel zu tun. Ziel des Arbeitskreises ist es, die Holtkämperei zu einem Heimathaus umzugestalten, das als Archiv, Veranstaltungs- und Ausstellungsort des Heimatvereins dienen wird. Wichtige Unterstützung gab es nun von der Sparkasse Gütersloh-Rietberg, die die Bemühungen des Heimatvereins mit einer Spende in Höhe von 2.000 Euro unterstützt.

„Die Holtkämperei ist für den Ortsteil Isselhorst ein überaus wichtiges und unverzichtbares Baudenkmal. Aus denkmalpflegerischer Sicht bildet das älteste, noch am ursprünglichen Platz vorhandene Dreiständerfachwerkhaus, im Ensemble mit der Evangelischen Kirche, der alten Schule, dem historischen Gasthaus „Zur Linde“ und dem Kantorhaus einen bedeutenden Beitrag zum überlieferten Ortsbild von Isselhorst,“ so Ortwin Schwengelbeck vom Arbeitskreis zur Rettung der „Holtkämperei“.

Kürzlich konnte Ortwin Schwengelbeck gemeinsam mit Vertretern des Heimatvereins Isselhorst e.V. einen symbolischen Scheck in Höhe von 2.000 Euro für die Restaurierung der „Holtkämperei“, die zukünftig als Heimathaus im Ort dienen soll, von Michael Wieland, Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle in Isselhorst, in Empfang nehmen. „Neben der Förderung der Bildung hat sich die Sparkasse auch die Förderung der Kultur vor Ort zur Aufgabe gemacht und wir freuen uns sehr, hier einen Beitrag für ein solch besonderes Kulturgut leisten zu können“, so Michael Wieland.

Das Foto zeigt v.l.n.r.: Michael Wieland, Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle
Isselhorst, Henrich Schröder, Ortwin Schwengelbeck, Rolf
Imkamp und Siegfried Kornfeld, alle vom Heimatverein Isselhorst e.V., vor der Eingangstür der Holtkämperei.

Mehr Information:
Heimatverein Isselhorst e.V.

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