Bewegende Musik: Wandelkonzert auf Schloss Harkotten

28.08.2017 Sparlotterie-Spende ermöglichte besonderes Musikerlebnis

 

Die Doppelschloßanlage Harkotten in Sassenberg ist ein ganz besonderes historisches Monument: Auf dem Gelände befinden sich gleich zwei beeindruckende Herrenhäuser. Ein derartiges Nebeneinander von zwei herrschaftlichen Gebäude ist selten: Auf Harkotten geht es auf eine Erbteilung des 14. Jahrhunderts zurück, als die Nachkommen Ritter Heinrichs II. von Korff das Areal der Familienburg unter sich aufteilten. Der östliche Teil ist heute noch im Besitz derer von Korff, der westliche Teil fiel im 17. Jahrhundert an die Freiherren von Ketteler.

Das Schloss von Ketteler wurde im 18. Jahrhundert im Stil des Barocks neu erbaut. Das Korff’sche Herrenhaus erhielt im 19. Jahrhundert durch den berühmten Architekten Adolph von Vagedes seine aktuelle, klassizistische Gestalt. Beide Herrenhäuser sind in privatem Besitz, aber dennoch von Zeit zu Zeit für die Öffentlichkeit zugänglich. Führungen durch das Ketteler’sche Schloss sind nach Absprache möglich, und das Herrenhaus von Korff ist regelmäßig Gastgeber eines Gartenfestivals, eines Winter- und Weihnachtsmarkts sowie von Konzerten. 2015 gründete sich ein Förderverein zum Erhalt der Schlossanlage, der zugleich ein Konzept für die öffentliche und touristische Nutzung erarbeitete.

Ein besonderes musikalisches Event gab es unlängst im Rahmen des Harkottener Salons: Nicht nur ein, sondern gleich drei Konzerte auf einmal gab es dort für die Zuhörer zu erleben. Bei diesem sogenannten Wandelkonzert spielten drei Ensembles an ihren Spielorten – dem Wappensaal, dem Foyer und der Kapelle des Herrenhauses – jeweils drei Mal ihr Programm, während die Besucher von Ort zu Ort wandeln konnten. Dazu hielt der Historiker Gerd Dethlefs vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe einen Vortrag zu mittelalterlichen Trinksitten. Ein besonderes Kunsterlebnis, denn so bot sich den Zuschauern nicht nur ein musikalischer Genuss, sondern auch die Gelegenheit, Architektur und Ausstattung des Herrenhauses als Gesamtkunstwerk wahrzunehmen.

Für den Förderverein war es die erste Konzertveranstaltung in diesem Rahmen. Unterstützung gab es von der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit (GWK), die auch in der Vergangenheit schon an Konzerten auf Harkotten mitwirkte. Eine Spende der Sparkasse Münsterland Ost, die aus dem Zweckertrag der Sparlotterie stammte, half ebenfalls bei der Durchführung der Veranstaltung. Die positive Resonanz bei Musikern und Publikum ist für die Mitglieder des Fördervereins eine Ermutigung: In Zukunft soll es weitere Veranstaltungen geben, die das Ambiente der Schlossanlage gebührend würdigen und zu ihrer Erhaltung beitragen.

Mehr Information:
Website der Schlösser Harkotten

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