5.000 Euro für das „Weiße Gold“ Westfalens

11.10.2017 Sparkasse Werl unterstützt Sanierung des historischen Gradierwerks im Kurpark

 

Salz war das „weiße Gold“ Westfalens: In vielen Städten entlang des Hellwegs war die Produktion und der Handel mit Salz ein wichtiger Wirtschaftszweig. Vielerorts entstanden außerdem Kureinrichtungen und Kliniken, in denen mit Salz und Sole Krankheiten behandelt wurden.

Auch in Werl hatten die Salinen eine große wirtschaftliche Bedeutung. Eine Besonderheit war hier, dass die Salzgewinnung erbliches Recht einiger Familien war: Die sogenannten „Erbsälzer“ hatten vom Mittelalter bis in die Neuzeit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch das größte Gewicht in der Stadt. Im 14. Jahrhundert zählten fast 50 Familien zu den Erbsälzern, Ende des 16. Jahrhunderts waren es noch acht. Das „Kollegium der Erbsälzer zu Werl und Neuwerk“ existiert noch heute, allerdings gehören nur noch zwei Familien dazu. Einmal im Jahr, nämlich immer zum Michaelistag am 29. September, trifft sich das Kollegium zur Feier einer Heiligen Messe und eines anschließenden gemeinsamen Essens.

Um die Erhaltung des bedeutenden Salzerbes kümmert sich seit vielen Jahren auch der Verein Saline Werl. Zwei Mal im Jahr, am Michaelistag und zum Siederfest im Sommer, veranstaltet er ein öffentliches Schausieden, in dem traditionelle Methoden der Salzgewinnung vorgestellt werden. Der Verein widmet sich auch dem Erhalt der historischen Siedehütte und des Gradierwerkes im Kurpark.
Gradierwerke sind traditionsreiche Anlagen zur Salzgewinnung: Sie bestehen aus große, oft viele Meter lange und einige Meter hohen Holzgerüste, in denen salzhaltiges Wasser durch Reisigbündel hindurchgeleitet wird. Die Verdunstung des Wassers und das Herausfiltern von Verunreinigungen tragen zu einer hohen Qualität des Salzes bei, das auf diese Weise erzeugt wird. Die salzhaltige Luft im Umfeld von Gradierwerken hat außerdem eine therapeutische Wirkung: Sie reinigt Atemwege und lässt Schleimhäute abschwellen. Deshalb werden in vielen Soleheilbädern auch heute noch Gradierwerke betrieben oder neu errichtet: In Westfalen und Lippe gibt es sie außer in Werl unter anderem noch in Rheine, wo sich in der Saline Gottesgabe die älteste westfälische Anlage befindet, in Bad Oeynhausen oder in Bad Salzuflen.

Im Werler Kurpark befanden sich früher einmal sogar drei große Gradierwerke, die weithin sichtbar waren und das Stadtbild prägten. Die gegenwärtige Anlage wurde 1999 nach traditionellem Vorbild neu errichtet. Auch dieser Neubau ist inzwischen in die Jahre gekommen und muss dringend restauriert werden. Die alten Zweige „versteinern“ und belasten die Holzkonstruktion des Gradierwerks. Um die Kosten für die Restaurierung in Höhe von 70.000 Euro zu stemmen, ist der Verein auf Spenden angewiesen.

Die Sparkasse Werl hat die Restaurierung in den vergangenen Jahren vielfach unterstützt, und auch in diesem Jahr gab es anlässlich des Schausiedens am Michaelistag eine Spende: 5.000 Euro fließen aus dem Zweckertrag der Sparlotterie an den Verein.

Mehr Information:
Saline Werl e.V.

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